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Informationszentrum des Naturpark Altmühltal in Eichstätt

Kurzweiliger Streifzug durch Natur, Kultur und Freizeit Serie Museen im Landkreis (Teil 9) – Informationszentrum des Naturparks Altmühltal in Eichstätt

 


Von Petra Preis
Eichstätt – Es ist eigentlich kein Museum im klassischen Sinne, das Informationszentrum des Naturpark Altmühltal, das im historischen Prachtbau Notre Dame in Eichstätt logiert und das im Mittelpunkt dieses Teil der Museumsserie des Landkreises Eichstätt steht. Nach mehrjähriger Umbauphase öffnet es mit der Fertigstellung der vollkommen neu konzipierten Ausstellung „Natur-Kultur-Freizeit“ am 20. April 2012 wieder seine Pforten für die Besucher aus Nah und Fern. Dabei präsentiert es überraschende Einblicke in Natur, Kultur, Geschichte und Freizeitmöglichkeiten, welche Jung und Alt für kurzweilige Ausflüge und tolle Touren inspirieren können. Die neue Ausstellung, die sich auf rund 200 Quadratmeter erstreckt, wurde über den Landkreis Eichstätt und aus Mitteln der bayerischen Wirtschaftsförderung finanziert.

„Unser Ziel ist es, den Besucher mit allen Sinnen auf die Schönheiten des Naturparks und die vielfältigen Lebensräume von Tieren und Pflanzen sowie die touristischen, botanischen und kulturhistorischen Schätze aufmerksam zu machen. Entlang der Altmühl, die sich als familienfreundlicher Freizeitfluss präsentiert, gibt es vom Biberlehrpfad über Boots- und Radwanderwege bis hin zu Kletterfelsen und Jurahäusern so viel zu entdecken“, schwärmt Naturpark-Geschäftsführer Christoph Würflein beim Rundgang durch die neue Ausstellung. Das 1. Obergeschoss, das man durch ein gelb-lichtdurchflutetes Treppenhaus erreicht, ist ganz den Bereichen „Natur und Freizeit“ gewidmet: Auf großflächigen Schautafeln wird ein Streifzug durch die Naturparke in Deutschland präsentiert, insgesamt gibt es 100 Naturparke in ganz Deutschland. Ein jeder von ihnen ist eine Vorbildlandschaft, die Mensch und Natur gleichermaßen dienst. Naturschutz und Landschaftspflege, Erholung und nachhaltiger Tourismus, Umweltbildung und Kommunikation sowie nachhaltige Regionalentwicklung – das sind die Säulen, auf die sich die Arbeit der Naturparke ergibt. Auch dem Partner-Naturpark Sierra de Maria-Los Vélez ist ein eigener Bereich gewidmet.

Mit 3.000 Quadratkilometern Fläche ist der Naturpark Altmühltal einer der größten Naturparke in Deutschland. Ein Zusammenspiel von ausgedehnten Wäldern, tief eingeschnittenen Tälern, Felsriffen aus der Jurazeit, Wacholderheiden und verträumten Orten. „Natur erleben, Natur verstehen, Natur schützen“ ist das Motto, unter denen die Aktivitäten im Naturpark Altmühltal stehen. „Für Bewohner und Gäste wird die Natur so zu einem wichtigen Erlebnisfeld, und gleichzeitig werden sie durch die vielen Aktionen im Rahmen der Umweltbildung zu verantwortungsvollem und nachhaltigem Handeln angeregt“, erläutert Johann Bauch vom Informations- und Umweltzentrum, der die Ausstellung mit viel Engagement unterstützt hat. Das Grundkonzept stammt von Dr. Rainer Tredt, das Detailkonzept aber lag komplett bei den Mitarbeitern des Infozentrums, das hierfür mit Architekten und Grafikern zusammenarbeitete. Raumhohe Paneelwände, Monitore, Tastboxen und Riechbereiche sowie Hörbereiche mit Dialekten im Naturpark laden zum Erkunden und Verweilen ein.

Radwandern, Bootwandern, Wacholderheide (als Lebensraum aus Menschenhand), Karst und Höhlen der Wald der Juralandschaft, Talauen als Lebensraum am Wasser, Felsnischen mit Uhu´s, Steinerne Rinnen, Kanäle und Thermen sowie der Biber als „urbayerischer Nager“ bilden weitere Ausstellungsschwerpunkte im Bereich „Natur und Freizeit“. Sehenswerte Objekte wie zum Beispiel ein Fosanegl-Kostüm des Marktes Kinding, ein Prachtexemplar von Biber, ein majestätischer Uhu oder eine nachgebildete Höhle lassen vor allem Kinderherzen höher schlagen. Apropos Kinder: Während ihre Eltern auf einer multimedialen Surfstation Informationen einholen oder die interaktive Medienwand erleben, können sie sich vom neuen Maskottchen „Juvi“ (dem Dinosaurier-Freund des Naturpark-Maskottchens „Fossi“) ansprechen lassen.

Im 2. Geschoss der Notre Dame haben Steinzeit, Römer, Kelten und Bajuwaren Einzug gehalten: So lag im Altmühltal eine der Kelten-Metropolen, das Leben der Römer am Limes wird anhand von Exponaten und Schautafeln erzählt, aber auch die Bajuwaren, diese frühen Germanen, sind untrennbar mit dem Altmühltal verbunden. Kirchen und Klöster, Pilgern und Wallfahren gehören als Themen zum Naturpark ebenso dazu wie Burgen und Schlösser. Zu deren Territorien und Herrschaften gibt es viele Geschichten, lebten doch einst hier mächtige Adelsgeschlechter, die von ihren Amtssitzen aus Politik machten. Die reiche Handwerkskultur der Region wird durch Töpfer, Müller, Eisengießer und Schmiede exemplarisch dargestellt. Bräuche, Wegmarken im Jahres- und Lebenslauf, prägen gestern wie heute das private und gesellschaftliche Leben.

Das Altmühltal und die Steinbrüche – auch diese fruchtbare Verbindung wird thematisiert. Hat doch der als „Solnhofener Plattenkalk“ bekannte Naturstein Einzug in Bauwerke auf der ganzen Welt gefunden. Ein liebevoll aus Tausenden von Teilen gebautes Modell eines Jurahauses ist ein echter Hingucker nicht nur für technikbegeisterte Besucher. Im Bereich der Hecken, Feldgehölze und Landwirtschaft wächst, zwitschert und flattert die Vielfalt. Der lukullische Bereich wird durch Naturpark-Produkte von Likör über Honig bis hin zu Säften und Wildkräutern abgedeckt. Stadtpersönlichkeiten in bester Nachbarschaft entdeckt man beim Streifzug der historischen Städte: In kaum einer Gegend in Deutschland liegen so viele Städte unterschiedlicher Epochen und Baustile auf so engem Raum beieinander wie im Naturpark Altmühltal. Antike mit dem Limes, Mittelalter mit den Burgen und Türmen, Renaissance mit herrschaftlichen Schlössern, prächtige Gebäude des Barock und bedeutende Bauwerke der Moderne wollen entlang der Altmühl gefunden und erforscht werden.

Erschöpft von so vielen Informationen kann man sich ab sofort auf eigenen „Relaxbereichen“ auf hölzernen gepolsterten Liegen ruhen und den grandiosen Anblick der Notre-Dame-Kuppel auf sich wirken lassen. Auf der Empore im 1. Stock verbindet sich der Blick in die Kuppel sogar mit Musik von Komponisten aus dem Altmühltal. Die Fenster sämtlicher Ausstellungsräume bieten zudem einen grandiosen Ausblick auf Eichstätt, die Domtürme und die Willibaldsburg – gemäss dem offenen Ausstellungskonzept, das den Blick der Besucher für den Naturpark weiten und sensibilisieren soll.

Weitere Infos gibt es direkt beim Informationszentrum Naturpark Altmühltal, Notre Dame 1, 85072 Eichstätt, Tel.: 08421/98760, www.naturpark-altmuehltal.de 

Museum Notre Dame 1
Museum Notre Dame 2
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